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Platelet-Rich Fibrin (PRF) in der Implantologie

17.2.2026 · 5 min


Bedeutung für die Heilung


  • PRF beschleunigt die Geweberegeneration durch die Bereitstellung einer hohen Konzentration an Wachstumsfaktoren am Operationsgebiet, was zu schnellerer Heilung nach Implantationen führt.
  • Es unterstützt die Osseointegration, schafft eine stabile Basis für Implantate und reduziert Komplikationen wie Infektionen oder verzögerte Heilung.
  • PRF hilft auch, Schwellungen und postoperative Beschwerden zu minimieren, was die Genesung erleichtert.



Definition und Anwendung in der Implantologie


  • Definition: PRF ist ein autologes Thrombozytenkonzentrat aus dem eigenen Blut des Patienten, das ohne Antikoagulanzien oder Zusatzstoffe verarbeitet wird. Es entsteht ein fibrinreiches Netzwerk mit Thrombozyten, Leukozyten und Wachstumsfaktoren.
  • Anwendung: PRF wird an Operationsstellen wie Extraktionsalveolen, Knochenaugmentaten oder rund um Implantate eingesetzt, um die Heilung von Hart- und Weichgewebe zu fördern, die Knochenregeneration zu verbessern und Komplikationen in einfachen wie komplexen Fällen zu reduzieren.




Biologische Wirkmechanismen


  • PRF setzt Wachstumsfaktoren frei (z. B. TGF-β, PDGF, VEGF), die:
    • die Kollagenproduktion stimulieren
    • Angiogenese (Bildung neuer Blutgefäße) fördern
    • Osteoblastenaktivität unterstützen
  • Die Fibrinmatrix wirkt als bioaktives Gerüst, fördert Zellmigration, Proliferation und Differenzierung und sorgt für eine verlängerte Freisetzung von Wachstumsfaktoren.
  • Leukozyten im PRF tragen zu antimikrobiellen und antiinflammatorischen Eigenschaften bei.




Vorteile


  • Autolog und biokompatibel: Kein Risiko für allergische Reaktionen oder Krankheitserregerübertragung.
  • Kosten- und zeiteffizient: Direkt aus dem Patientenblut vorbereitet, ohne teure Zusatzmaterialien.
  • Reduziert Infektionsrisiken durch natürliche antimikrobielle Wirkung.
  • Minimalinvasiv und einfach in der Anwendung.
  • Fördert Heilung von Hart- und Weichgewebe, reduziert postoperative Schmerzen und Schwellungen.




Indikationen


  • Förderung der Knochenregeneration an Implantatstellen, besonders bei geringer Knochenqualität oder notwendiger Augmentation.
  • Beschleunigung der Weichgewebeheilung nach Extraktionen, Implantationen oder Augmentationsverfahren.
  • Einsatz bei Sinus-Lift-Operationen und Guided Bone Regeneration (GBR).
  • Patienten mit eingeschränkter Heilungsfähigkeit, z. B. bei systemischen Erkrankungen oder schlechter Knochenqualität.




Klinische Studien


  • Zahlreiche randomisierte kontrollierte Studien und Metaanalysen zeigen, dass PRF:
    • den Implantatstabilitätsquotienten (ISQ) in der frühen Heilungsphase erhöht
    • die Osseointegration und Knochenbildung rund um Implantate fördert
    • die Heilungszeit verkürzt und die Breite keratinisierter Mukosa verbessert
  • Langzeitdaten zum Vergleich mit anderen Biomaterialien sind noch begrenzt.




Herstellung von PRF: Low-Speed-Centrifuge-Methode (Ghanaati / Choukroun-Protokoll)


  • Blutentnahme: Blut aus dem Patienten in sterile Röhrchen ohne Antikoagulanzien.
  • Zentrifugation:
    • Choukroun-Protokoll (L-PRF): ~2700–3000 U/min für 10–12 Minuten (~700 g RCF)
    • Ghanaati Low-Speed-Konzept (A-PRF): ~200 g für 8 Minuten → höhere Zell- und Wachstumsfaktorenkonzentration
  • Entnahme: Mittlere PRF-Schicht zwischen Erythrozyten und Plasma entnehmen und direkt als Membran oder Thrombus am Operationsgebiet einsetzen.




Einschränkungen


  • Technikabhängig: Verzögerungen bei der Verarbeitung können Qualität mindern; schnelle und präzise Vorbereitung notwendig.
  • Variabilität: Unterschiedliche Zentrifugen und Protokolle beeinflussen Konsistenz und Wirksamkeit.
  • Begrenzte Raumstabilität: PRF-Membranen bieten keine strukturelle Unterstützung bei großen Defekten und werden häufig mit anderen Augmentationsmaterialien kombiniert.
  • Langzeitergebnisse: Weitere Studien nötig, um die Überlegenheit gegenüber anderen Augmentationsmaterialien zu bestätigen.




Fazit


PRF ist ein sicheres, autologes Biomaterial, das die Heilung in der Implantologie deutlich verbessert. Die einfache Herstellung, Sicherheit und Förderung der frühen Implantatstabilität machen PRF zu einem wertvollen Begleitmaterial. Für größere Augmentationen ist die Kombination mit anderen Materialien empfehlenswert.




PRF und andere Augmentationstechniken


PRF Techniken Vergleich
Technik Zweck Biologischer Beitrag Augmentationspotenzial Heilungsförderung Häufige Einsatzgebiete
PRF (Platelet-Rich Fibrin) Fördert Heilung, Regeneration und Stabilität des Augmentats Autologe Wachstumsfaktoren, Fibrinmatrix Gering (als Zusatzmaterial, nicht volumetrisch) Hoch – beschleunigt Hart- und Weichgewebeheilung Socket Preservation, Graft Mixing, Sinuslift, periimplantäre Defekte
Kollagenmembranen (resorbierbar) Barrieremembran für GBR, leitet Knochenwachstum Keine (passiver Schutz) Indirekt über GBR Mittel – stabilisiert das OP-Gebiet, schützt Augmentate GBR, Socket Preservation, kleine Kammdefekte
Knochenaugmentate (Auto-/Allo-/Xenograft) Volumenaugmentation Abhängig vom Typ (Autograft = osteogen) Hoch (größere Volumenzunahme möglich) Mittel – wirkt als Scaffold, nicht bioaktiv Kammaugmentation, Sinuslift, Ridge Preservation
BMPs (Bone Morphogenetic Proteins) Knochenneubildung stimulieren Starke osteoinduktive Wachstumsfaktoren Hoch – induziert neue Knochenbildung Hoch – beschleunigt Knochenregeneration Große vertikale Defekte, eingeschränkte Heilung
L-PRF / A-PRF / i-PRF (erweiterte PRF-Typen) Varianten von PRF mit angepasster Freisetzungskinetik Angereichert mit spezifischen Wachstumsfaktoren Gering bis mittel (abhängig vom Einsatz) Sehr hoch – verlängerte Freisetzung von Faktoren Advanced GBR, Sinuslift, Ridge Preservation, Periimplantitis
Sticky Bone (PRF + Knochenpartikel) Stabilität und Kohäsion des Augmentats PRF-Matrix wirkt als natürliche „Klebe-Matrix“ Mittel bis hoch (abhängig vom Graft-Inhalt) Hoch – fördert Vaskularisierung & Heilung Sinuslift, Kammaugmentation, große Defekte
Amnion-Chorion-Membranen Barrieremembran mit natürlichen Wachstumsfaktoren Enthält Zytokine und regenerative Proteine Mittel Hoch – antiinflammatorisch und bioaktiv Weichgewebedefekte, GBR, periimplantäre Defekte
Weichgewebstransplantate (CTG / FGG) Verbesserung von Weichgewebsvolumen und Keratinisierung Patientengewebe Kein Hartgewebegewinn Hoch – verbessert Mukosaheilung Dünner Biotyp, ästhetische Zonen, periimplantäres Weichgewebe




FAQ – PRF in der Implantologie


PRF FAQs
1. Was ist PRF?
PRF (Platelet-Rich Fibrin) ist ein autologes Biomaterial aus Patientenblut, reich an Thrombozyten, Leukozyten und Wachstumsfaktoren, zur Unterstützung der Heilung bei zahnmedizinischen Eingriffen.
2. Wie wirkt PRF biologisch?
PRF setzt Wachstumsfaktoren frei, die Zellproliferation, Angiogenese und Bildung der extrazellulären Matrix stimulieren und Weich- und Hartgewebe regenerieren.
3. Beschleunigt PRF die Heilung?
Ja, PRF beschleunigt die Heilung von Hart- und Weichgewebe und reduziert postoperative Komplikationen.
4. Unterstützt PRF die Knochenbildung?
Ja, PRF fördert Osteoblastenaktivität und Angiogenese, unterstützt so die Knochenregeneration rund um Implantate.
5. Reduziert PRF den Knochenverlust um Implantate?
Studien zeigen, dass PRF den knöchernen Kammverlust um Implantate reduzieren kann.
6. Wie verbessert PRF die Osseointegration?
PRF schafft eine wachstumsfaktorreiche Umgebung, die die Integration des Implantats mit dem umliegenden Knochen fördert.
7. Ist PRF für Sofortimplantate und Sofortbelastung geeignet?
Ja, PRF kann bei Sofortimplantationen und Sofortbelastungen eingesetzt werden, um Heilung und Anfangsstabilität zu verbessern.
8. Wie wird PRF hergestellt?
PRF wird aus dem Blut des Patienten durch Zentrifugation ohne Antikoagulanzien gewonnen, um fibrinreiche Thromben zu erhalten.
9. Ist PRF biokompatibel und sicher?
Ja, PRF ist autolog und frei von chemischen Zusatzstoffen, daher hoch biokompatibel und sicher.
10. Bei welchen Eingriffen wird PRF eingesetzt?
PRF wird bei Implantationen, Knochenaugmentaten, Sinuslifts, Zahnentfernungen und parodontalchirurgischen Eingriffen eingesetzt.
11. Beschleunigt PRF die Heilung nach Zahnentfernung?
Ja, PRF verkürzt die Heilungszeit und reduziert Komplikationsrisiken nach Extraktionen.
12. Ist PRF eine Form der autologen Bluttherapie?
Ja, PRF wird aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen und autolog angewendet.
13. Gibt es Kontraindikationen für PRF?
PRF ist kontraindiziert bei schweren Blutstörungen, systemischen Infektionen oder unzureichender Blutabnahmefähigkeit.
14. Was sind die Alternativen zu PRF?
Alternativen sind PRP, Kollagenmembranen oder auto-/allo-/xenogene Knochenaugmentate.
15. Gibt es Nachteile von PRF?
Nachteile: Milder regenerativer Effekt und variierende Ergebnisse abhängig von Patientengesundheit und Blutqualität.
16. Wann ist PRF nicht geeignet?
Nicht geeignet bei Blutstörungen, schweren systemischen Erkrankungen oder großen Knochendefekten.
17. Was tun, wenn das Blut des Patienten nicht für PRF geeignet ist?
Alternativen: PRP, Wachstumsfaktormembranen oder auto-/allo-/xenogene Knochenaugmentate.
18. Was sind die Vorteile von PRF gegenüber gängigen Alternativen?
PRF ist autolog, fördert schnellere Heilung, reduziert Entzündungen und verbessert die Stabilität von Augmentaten.

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