"Ask the Expert": "Wer heute implantiert, nimmt Einfluss auf die Entzündungslast eines ganzen Organismus.“
28.9.2026 · 6 min

Dr. Fabian Schick über Osteoimmunologie, Zirkonoxidimplantate und die Zukunft der chirurgischen Implantologie
Von der Mechanik zur Osteoimmunologie
Statement zum Thema Chirurgische Implantologie
Die Implantologie stand lange auf zwei Säulen: Mechanik und Ästhetik. Beide sind weit entwickelt. Osseointegration ist heute vorhersagbar, und ästhetisch erreichen wir Ergebnisse, die vom natürlichen Zahn kaum zu unterscheiden sind. Nun kommt eine weitere wichtige Säule dazu: die Osteoimmunologie.
Sie erweitert das Modell, statt es zu ersetzen. Osseointegration wurde lange vor allem beschrieben. Heute verstehen wir die Einheilung als geordnete Immunantwort auf einen Fremdkörper. Damit wird steuerbar, was vorher Erfahrung war: Wer das Gewebe immunologisch ruhig hält, arbeitet mit der Regeneration und nicht gegen sie.
Zirkonoxidimplantate sind in nationalen wie internationalen Leitlinien als valide Therapieoption angekommen. Klinisch zeigt sich mehr: eine gewebefreundliche Oberfläche und eine Mukosa, die auch nach Jahren ruhig bleibt.
Parallel hat die Chirurgie einen Sprung gemacht, den ich für den größten der letzten Jahre halte: asymmetrische Makrodesigns, triangulär, oval oder mit Balkonstrukturen. Eine Alveole ist nicht rund. Diese Formen finden Halt, wo Knochen ist, und lassen Raum, wo Gewebe hingehört. Für die Sofortimplantation ändert das alles: Das Emergenzprofil entsteht am Tag der Extraktion. Im metallfreien Monoblock verläuft die Struktur fugenlos vom Knochen bis zur Krone, bakterielles Leakage hat keine Eintrittsstelle.
Der Gewinn liegt in der Summe. Ein entzündungsfreies Interface ist die Voraussetzung für stabile Weichgewebeverhältnisse. Natürliche Ästhetik wird dann nicht aufwendig hergestellt, sondern von Anfang an erhalten. Dazu kommen weniger Eingriffe, weniger Termine, kürzere Behandlungszeiten.
Damit erweitert sich der Maßstab. Neben Funktion und Ästhetik zählt die immunologische Nachhaltigkeit. Genau hier wachsen Zahnmedizin und Medizin wieder zusammen, und die Daten dazu werden dichter. Neben der künstlichen Intelligenz ist das die Entwicklung, die unser Fach in den nächsten zehn Jahren prägen wird. Wer heute implantiert, ersetzt nicht nur einen Zahn. Er nimmt Einfluss auf die Entzündungslast eines ganzen Organismus.
FAQs – Osteoimmunologie in der Implantologie
1. Was versteht man unter Osteoimmunologie?
2. Welche Rolle spielt die Immunantwort bei Implantaten?
3. Warum werden Keramikimplantate häufig mit biologischer Implantologie in Verbindung gebracht?
4. Warum spielt Entzündungsfreiheit in der Implantologie eine wichtige Rolle?
Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Fortbildungs- und Informationszwecken und ersetzen nicht die klinische Beurteilung. Therapieentscheidungen sollten stets auf der individuellen Patientenbewertung sowie den jeweils geltenden klinischen Leitlinien basieren.
Spezialist für biologische Zahnmedizin und Keramikimplantate
Wissenschaftliche Prüfung und medizinische Freigabe
Sie haben Fragen oder wünschen weitere Informationen? Kontaktieren Sie uns gerne direkt über das nachfolgende Kontaktformular.





