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Study of the Month – August 2026: Own the Aesthetic Zone (Teil 1) – Ein 3-stufiger Workflow zur Implantatauswahl

4.9.2026 · 5 min

Die richtige Implantatentscheidung beginnt vor der Implantatauswahl


Die ästhetische Zone gilt allgemein als ein klinisch anspruchsvoller Bereich der Implantologie. Langzeitergebnisse werden sowohl von der funktionellen Rehabilitation als auch vom Zustand und der Stabilität der periimplantären Hart- und Weichgewebe beeinflusst. Aus diesem Grund starten wir mit „Own the Aesthetic Zone“ eine neue Fortbildungsreihe innerhalb unseres Formats Study of the Month.

In den kommenden Monaten werden wir klinische Faktoren diskutieren, die mit ästhetischen Ergebnissen in Zusammenhang stehen, und einen strukturierten Ansatz für Behandlungsplanung und Entscheidungsfindung vorstellen.

Das Wichtigste auf einen Blick
Die Implantatversorgung in der ästhetischen Zone sollte mit einem strukturierten diagnostischen Prozess beginnen, bevor die Implantatauswahl erfolgt. In dieser ersten Ausgabe unserer neuen Reihe „Own the Aesthetic Zone“ stellen wir einen dreistufigen Workflow zur Unterstützung von Fallbeurteilung und Behandlungsplanung vor:
  • Level 1: Ist der Patient medizinisch stabil und für eine Implantattherapie geeignet?
  • Level 2: Ist die Implantationsstelle auf Grundlage der Knochen- und Weichgewebesituation geeignet?
  • Level 3: Ist eine Sofortbelastung realistisch, und welches Implantatdesign passt am besten zur klinischen Situation?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, erfolgt die Auswahl des geeigneten Implantatkonzepts, der Implantatform und des Durchmessers.




Ein strukturierter diagnostischer Workflow für eine nachvollziehbare Entscheidungsfindung


Die oben beschriebenen drei Ebenen bilden ein strukturiertes diagnostisches Rahmenkonzept, das Behandler dabei unterstützen soll, die klinische Situation zu beurteilen und die gewonnenen Erkenntnisse in eine individuelle Behandlungsstrategie zu überführen.

Bevor die Frage gestellt wird, welches Implantat ausgewählt werden sollte, muss zunächst eine wichtigere Frage beantwortet werden:

Welches Implantat ist die richtige Wahl für diesen individuellen Patienten?




Level 1: Patientenbezogene Faktoren


Der erste Schritt besteht darin zu beurteilen, ob der Patient grundsätzlich für eine Implantattherapie geeignet ist.

Zentrale Frage:

Ist der Patient medizinisch stabil und in der Lage, dem Behandlungsprotokoll zu folgen?

Zu den bewerteten Faktoren gehören unter anderem:

  • Medizinische Vorgeschichte und Behandlungsrisiken
  • Compliance und Bereitschaft zur Nachsorge
  • Raucherstatus
  • Unkontrollierter Diabetes oder Immunsuppression
  • Vorangegangene antiresorptive Therapie oder Strahlentherapie
  • Unbehandelte Infektionen oder Parodontitis
  • Bruxismus und parafunktionelle Gewohnheiten


Gleichzeitig beurteilen Behandler phänotypische Einflussfaktoren, die ästhetische Ergebnisse beeinflussen können, darunter:

  • Dünner Weichgewebsbiotyp
  • Hohe Lachlinie
  • Erhöhte ästhetische Ansprüche
  • Präferenz für metallfreie Behandlungskonzepte


Nach der Bewertung der patientenbezogenen Faktoren erfolgt die Beurteilung der Implantationsstelle.



Level 2: Beurteilung der Implantationsstelle


Die zweite Ebene konzentriert sich auf die geplante Implantationsstelle.

Zentrale Frage:

Ist die Implantationsstelle für die vorgesehene Behandlung geeignet?

Mithilfe digitaler Bildgebung und klinischer Untersuchung beurteilen Behandler:

  • Knochenhöhe und Knochenbreite
  • Zustand der bukkalen Knochenlamelle
  • Morphologie von Alveole und Septum
  • Weichgewebsvolumen und Phänotyp
  • Verfügbaren prothetischen Raum
  • Anforderungen an eine prothetisch orientierte Implantatpositionierung


Diese Beurteilung führt schließlich zur nächsten entscheidenden Frage:

Ist eine Sofortbelastung realistisch und biologisch sinnvoll?



Level 3: Von der Diagnose zur Behandlungsplanung


Die Implantatauswahl sollte nach der Beurteilung der patientenbezogenen und lokalen Faktoren erfolgen.


In dieser Phase entscheiden Behandler:

  • Welches Implantatkonzept geeignet ist
  • Welche Implantatform am besten für den jeweiligen Fall geeignet ist
  • Welcher Durchmesser den anatomischen und prothetischen Anforderungen des Falls entspricht
  • Ob ein Sofort- oder Spätbelastungsprotokoll gewählt werden sollte


In diesem Workflow wird die Implantatauswahl als nachgelagerter Schritt verstanden, der auf eine strukturierte diagnostische Beurteilung folgt.



Ausblick: Welche Implantatform passt zur ästhetischen Zone?


Mit diesem Beitrag legen wir die Grundlage für unsere neue Reihe Own the Aesthetic Zone.

Im nächsten Teil betrachten wir die drei Implantatformen der SDS Aesthetic Line genauer:

  • Triangular Form
  • Oval Form
  • Standard Form


Wir werden die Designüberlegungen, mögliche klinische Aspekte sowie relevante Limitationen der einzelnen Implantatformen diskutieren und dabei marktspezifische Indikationen sowie regulatorische Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Bleiben Sie dran für weitere klinisch orientierte Beiträge zu Faktoren, die die Behandlungsplanung in der ästhetischen Zone unterstützen können.



FAQs zur Implantatauswahl in der ästhetischen Zone

1. Wie wählt man das passende Implantat für die ästhetische Zone aus?
Die Implantatauswahl sollte auf einer strukturierten Diagnostik basieren. Zunächst werden die Eignung des Patienten, die Implantationsstelle und die Möglichkeit einer Sofortbelastung beurteilt.
2. Welche diagnostischen Schritte sind vor einer Implantation in der ästhetischen Zone notwendig?
Der vorgestellte Workflow umfasst drei Ebenen: die Bewertung des Patienten, die Analyse der Implantationsstelle und die Auswahl des geeigneten Implantatdesigns.
3. Welche patientenbezogenen Faktoren beeinflussen die Implantatplanung?
Zu den wichtigsten Faktoren gehören die allgemeine Gesundheit, Risikofaktoren, Compliance, der Gingivabiotyp und individuelle ästhetische Anforderungen.
4. Wie wird die Implantationsstelle vor der Implantatauswahl beurteilt?
Mithilfe digitaler Bildgebung und klinischer Untersuchung werden Knochenangebot, Weichgewebesituation und die Voraussetzungen für eine prothetisch orientierte Implantatpositionierung bewertet.
5. Wann werden Implantatform und Implantatdurchmesser festgelegt?
Die Auswahl erfolgt erst, nachdem die Eignung des Patienten, die lokalen Gegebenheiten und die Möglichkeit einer Sofortbelastung beurteilt wurden.





Wissenschaftliche Prüfung und medizinische Freigabe

Prof. Dr. med. dent. Etyene Schnurr
Prof. Dr. med. dent. Etyene Schnurr (Wissenschaftliche Beratung, SDS)
Berät SWISS DENTAL SOLUTIONS wissenschaftlich. Sie erforscht das orale Mikrobiom, Biofilm-Infektionen und deren Einfluss auf den ganzen Körper: von klinischer Forschung über Datenanalyse bis zu Medikamentenentwicklung.

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