← Zur Übersicht

Clinical Study, November 2024: Sofortimplantation mit Weichgewebeaugmentation im Frontzahnbereich

1.12.2025 · 4 min


Das Wichtigste auf einen Blick
Die Studie zeigt, dass die Sofortimplantation von Zirkonoxidimplantaten im Frontzahnbereich in Kombination mit DFGG‑Weichgewebeaugmentation eine stabile Knochen‑ und Weichgewebsintegration sowie ästhetisch hochwertige Ergebnisse ermöglichen kann.

Insbesondere bei kompromittierten Ausgangssituationen wie bukkalem Knochenverlust kann ein biologisch abgestimmtes Vorgehen mit gezielter Weichgewebeaugmentation und präziser Implantatpositionierung entscheidend für langfristige Stabilität und harmonische Ästhetik im Frontzahnbereich sein.


Wie die Kombination aus sofortiger Implantation und DFGG-Weichgewebeaugmentation stabile und ästhetische Ergebnisse sichert


Einleitung


In dieser Fallstudie wird die Behandlung einer 52-jährigen Patientin mit einer dunkel verfärbten Krone an Zahn 21 und bukkalem Knochenverlust beschrieben. Radiografisch zeigte sich eine frühere Wurzelkanalbehandlung mit periapikaler Läsion. Ziel war es, sowohl funktionelle als auch ästhetische Herausforderungen durch eine sofortige Implantation mit keramischem SDS-Implantat (SDS1.2_4614) in Kombination mit Weichgewebeaugmentation zu bewältigen.



Ziele

  • Erhalt und Wiederherstellung der alveolären Knochenstruktur
  • Regeneration von keratinisiertem Gingivagewebe
  • Optimierung der ästhetischen Frontzahnrestauration, inklusive Gingivakontur, Gewebedicke und Farbangleichung



Methodik

  • Chirurgisches Vorgehen: Atraumatische Extraktion von Zahn 21 und sofortige Implantation eines SDS1.2_4614 Keramikimplantats.
  • Weichgewebeaugmentation: Platzierung eines de-epithelialisierten freien Gingivatransplantats (DFGG) vom Gaumen zur Erhöhung der Gingivadicke.
  • Förderung der Heilung: Einsatz von plättchenreichem Fibrin (A-PRF) zur Unterstützung der Geweberegeneration und Entzündungsmodulation.
  • Nachuntersuchungen: Evaluation der klinischen Stabilität, Gingivakontur, Textur- und Farbanpassung nach 6 und 12 Monaten.



Klinische Relevanz

  • Sofortimplantation plus DFGG: Sichert Stabilität von Knochen und Weichgewebe, verbessert die Gingivadicke und unterstützt langfristige ästhetische Ergebnisse.
  • Tulpenform des SDS-Implantats: Mechanische Stabilisierung des crestalen Knochens während der initialen Heilung.
  • Praxisempfehlung: Bei Patienten mit bukkalem Knochenverlust und begrenztem keratinisierten Gewebe empfiehlt sich die Kombination aus SDS-Keramikimplantat und DFGG, um Funktion und Ästhetik optimal zu vereinen.



Fazit

Die Fallstudie zeigt, dass sofortige Keramikimplantation kombiniert mit DFGG-Weichgewebeaugmentation nicht nur die alveoläre Stabilität sichert, sondern auch ästhetisch hochwertige Frontzahnrestaurationen ermöglicht. Der Einsatz von SDS-Tulpenimplantaten unterstützt zusätzlich die mechanische Stabilität während der Heilungsphase und erhöht den Langzeiterfolg der Behandlung.



Verweis


Die vollständige Fallbeschreibung zu „Sofortimplantation mit Weichgewebeaugmentation im Frontzahnbereich“ finden Sie in der Februar-Ausgabe 2025 des pIp Magazins.




FAQs – Sofortimplantationen mit Weichgewebeaugmentation im Frontzahnbereich

1. Ist eine Sofortimplantation im Frontzahnbereich trotz Knochenverlust möglich?
Die Fallstudie zeigt, dass eine Sofortimplantation auch bei bukkalem Knochenverlust möglich sein kann, sofern ein biologisch abgestimmtes Vorgehen und zusätzliche augmentative Maßnahmen eingesetzt werden.
2. Welche Rolle spielt die Weichgewebeaugmentation (DFGG) im Frontzahnbereich?
Ein de-epithelialisiertes freies Gingivatransplantat (DFGG) kann die Gingivadicke erhöhen und zur Stabilisierung des periimplantären Weichgewebes sowie zur Optimierung der ästhetischen Ergebnisse beitragen.
3. Warum ist die Gingivadicke für das ästhetische Ergebnis entscheidend?
Eine ausreichende Gingivadicke unterstützt stabile Gewebekonturen, verbessert die Farbanpassung und reduziert das Risiko von Rezessionen im ästhetisch sensiblen Frontzahnbereich.
4. Welche Funktion hat PRF in diesem Behandlungskonzept?
Plättchenreiches Fibrin (PRF) kann die Geweberegeneration unterstützen, Entzündungsprozesse modulieren und zur Verbesserung der Heilung von Hart- und Weichgewebe beitragen.
5. Welche Bedeutung hat das Implantatdesign für die Frontzahnästhetik?
Das tulpenförmige Design des Implantats kann dazu beitragen, den krestalen Knochen mechanisch zu stabilisieren und eine harmonische Ausbildung des Emergenzprofils zu unterstützen.
6. Welche Ergebnisse wurden nach der Heilungsphase beobachtet?
Nach 6 und 12 Monaten zeigten sich stabile periimplantäre Verhältnisse mit guter Integration des Weichgewebes sowie ästhetisch zufriedenstellenden Ergebnissen.
7. Welche Faktoren sind für ein natürliches Emergenzprofil entscheidend?
Eine präzise Implantatpositionierung, ausreichende Weichgewebsstabilität und ein angepasstes Implantatdesign sind entscheidend für die Ausbildung eines natürlichen Emergenzprofils.
8. Wann ist die Kombination aus Sofortimplantation und Weichgewebeaugmentation sinnvoll?
Diese Kombination kann insbesondere bei dünnem Weichgewebsbiotyp, bukkalem Knochenverlust oder erhöhten ästhetischen Anforderungen sinnvoll sein.




Behandelnder Arzt und Mit-Autor der Studie:

Dr. med. dent. Ilian Dargel
Dr. med. dent. Ilian Dargel
Abschluss 2005 an der Universität von Amsterdam (ACTA), spezialisiert auf orale Implantologie und anerkannt von der Niederländischen Akademie für orale Implantologie (NVOI). Inhaber des CIC, einer Privatklinik für Parodontologie und Implantologie in Castricum, Niederlande.

Weitere Beiträge aus der Rubrik

nichts verpassen

SDS Newsletter