← Zur Übersicht

Clinical Study, Mai 2024: Sofortimplantation von Zirkoniumdioxidimplantaten im Seitenzahnbereich

18.12.2025 · 6 min


Das Wichtigste auf einen Blick
Die Studie zeigt, dass die Sofortimplantation von Zirkonoxidimplantaten im Seitenzahnbereich in Kombination mit PRF‑ und Kollagenaugmentation einen stabilen Erhalt von Knochen und Weichgewebe sowie eine zuverlässige Osseointegration ermöglichen kann.

Ein biologisch orientiertes Vorgehen mit präziser Implantatpositionierung, ausreichender Primärstabilität und angepasstem Implantatdesign ist entscheidend, um auch in komplexen posterioren Situationen funktionell und ästhetisch stabile Langzeitergebnisse zu erzielen.




Neue Ansätze zur Erhaltung von Knochen- und Weichgewebsstabilität bei Molarenimplantaten


Einleitung


Die Stabilität des periimplantären Gewebes ist ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg dentaler Implantate, insbesondere im posterioren Oberkiefer. Diese klinische Studie beschreibt die Sofortimplantation von Zirkonoxidimplantaten bei vier Patienten mit komplexen anatomischen und prothetischen Ausgangssituationen. Ziel war die Beurteilung der Osseointegration, der marginalen Knochenstabilität sowie der Ausbildung eines natürlichen Emergenzprofils im Molarenbereich.



Ziele

  • Erhalt des marginalen Knochens zur Vermeidung von Weichgewebsrezessionen.
  • Sicherstellung einer optimalen Primärstabilität bei sofort inserierten Implantaten.
  • Harmonische Integration in die angrenzende Dentition.
  • Langfristig stabile funktionelle und ästhetische Ergebnisse im posterioren Bereich.



Methodik

  • Chirurgisches Vorgehen:
    • Zur Beurteilung der Alveolarknochenhöhe und der Septenmorphologie wurde eine digitale Volumentomographie (DVT/CBCT) eingesetzt. Die Implantation erfolgte minimalinvasiv mittels suprakrestaler Sofortimplantation. Zur Optimierung der Primärstabilität kamen SDS-Zirkonoxidimplantate mit tulpenförmigem „Balcony“-Design zum Einsatz.
  • Augmentation und Gewebesicherung:
    • Advanced Platelet-Rich Fibrin (A-PRF und i-PRF) wurde periimplantär appliziert – um, unter und über dem Implantat. Zur Stabilisierung des Alveolarkamms und zum Ausgleich kleinerer Defekte wurden Kollagenblöcke (Condress) verwendet. Optional wurden Heilscheiben eingesetzt, um PRF- und Kollagenmaterialien zu fixieren.
  • Postoperative Unterstützung:
    • Zur Förderung des Knochenstoffwechsels und der Wundheilung erhielten die Patienten prä- und postoperativ eine Supplementierung mit den Vitaminen D, K2 und C sowie essenziellen Mineralstoffen. Die Implantatstabilität wurde mithilfe eines Periotest-Geräts überprüft.
  • Nachuntersuchungen:
    • Klinische und radiologische Kontrollen erfolgten nach 10 Tagen, nach 2–3 Monaten sowie nach 12 Monaten. Beurteilt wurden Veränderungen des marginalen Knochenniveaus, der Zustand des periimplantären Weichgewebes und die Ausbildung des Emergenzprofils.



Klinische Relevanz

  • Die Sofortimplantation in Kombination mit PRF und Kollagen unterstützt den Erhalt von Knochen- und Weichgewebe.
  • Das tulpenförmige Implantatdesign begünstigt die stabile Ausbildung eines harmonischen Emergenzprofils im Molarenbereich.
  • Die Tissue-Level-Konfiguration minimiert den krestalen Knochenabbau im Bereich der Implantat-Abutment-Verbindung.
  • Nach 12 Monaten zeigten alle Implantate eine stabile Einheilung mit nur minimalen Veränderungen des marginalen Knochens.



Fazit

Die Sofortimplantation von Zirkonoxidimplantaten im posterioren Bereich ermöglicht in Kombination mit PRF- und Kollagenaugmentation einen verlässlichen Erhalt des periimplantären Knochens und Weichgewebes. Eine präzise Implantatpositionierung, ausreichende apikale Primärstabilität sowie biologisch unterstützende Augmentationsverfahren sind entscheidend für funktionell und ästhetisch erfolgreiche Langzeitergebnisse. Für Patienten, die eine metallfreie Versorgung wünschen, stellen SDS-Zirkonoxidimplantate eine sichere und effektive Alternative zu Titanimplantaten dar.



Verweis


Die vollständige Fallbeschreibung finden Sie in der ZMK Mai-Ausgabe 2024.



FAQs – Sofortimplantation von Keramikimplantaten im Seitenzahnbereich

1. Ist die Sofortimplantation von Zirkonimplantaten im Molarenbereich möglich?
Die Studie zeigt, dass eine Sofortimplantation auch im posterioren Bereich unter geeigneten klinischen Voraussetzungen durchgeführt werden kann und stabile Ergebnisse ermöglicht.
2. Welche Rolle spielt PRF bei Sofortimplantationen im Seitenzahnbereich?
PRF kann die Regeneration von Hart- und Weichgewebe unterstützen und wird periimplantär eingesetzt, um die Heilung und Gewebestabilität zu fördern.
3. Wie wird die Primärstabilität bei Sofortimplantation im Molarenbereich erreicht?
Eine ausreichende Primärstabilität wird durch präzise Implantatpositionierung, geeignete Implantatgeometrie und die Nutzung verbleibender knöcherner Strukturen erreicht.
4. Welche Bedeutung hat das tulpenförmige Implantatdesign?
Das tulpenförmige „Balcony“-Design kann die Ausbildung eines stabilen Emergenzprofils unterstützen und zur harmonischen Integration in den Molarenbereich beitragen.
5. Wie können Kollagenmaterialien bei der Implantation helfen?
Kollagenblöcke können verwendet werden, um kleinere Defekte auszugleichen und den Alveolarkamm während der Heilung zu stabilisieren.
6. Welche Ergebnisse wurden nach 12 Monaten beobachtet?
Nach 12 Monaten zeigten alle Implantate eine stabile Einheilung mit nur minimalen Veränderungen des marginalen Knochens.
7. Warum ist die Tissue-Level-Positionierung im Molarenbereich relevant?
Die Tissue-Level-Konfiguration kann dazu beitragen, den krestalen Knochen im Bereich der Implantat-Abutment-Verbindung zu schützen und stabile periimplantäre Verhältnisse zu unterstützen.
8. Welche Faktoren sind entscheidend für den Langzeiterfolg?
Neben dem Implantatdesign sind eine präzise Planung, ausreichende Primärstabilität und biologisch unterstützende Maßnahmen wie PRF und Augmentation entscheidend.




Behandelnde Ärzte und Mit-Autoren der Studie:

Prof. Dr. med. dent. Etyene Schnurr
Prof. Dr. med. dent. Etyene Schnurr (Wissenschaftliche Beratung, SDS)
Berät SWISS DENTAL SOLUTIONS wissenschaftlich. Sie erforscht das orale Mikrobiom, Biofilm-Infektionen und deren Einfluss auf den ganzen Körper: von klinischer Forschung über Datenanalyse bis zu Medikamentenentwicklung.

Dr. Gregor Hocevar
Dr. Gregor Hočevar
dr. dent. med., M.Sc. 2nd level University Master in Oral Implantology, Specialist In Biological Dentistry And Ceramic Implants (ISMI Germany, IAOCI USA), leader of biological dentistry, founder of Center Hočevar, Swiss Dental Solutions Ambassador

Weitere Beiträge aus der Rubrik

nichts verpassen

SDS Newsletter